„Es ist noch über diess zu wissen, dass unter allen Pferden in der Welt die Spanischen die allerklügsten, hertzhafftesten und großmüthigsten seyn…” (Georg Engelhard Löhneysen: Della Cavalleria. 1609)
Wer kennt ihn nicht – den Traum von einem fast märchenhaften Pferd mit wehender Mähne und Schweif, mit einem Blick, aus dem Anmut und Adel, Feuer und Hingabe spricht. Das spanische Pferd hat mit seinem Aussehen und Wesen schon viele Menschen in seinen Bann gezogen. Bedeutende Königshäuser und Heerführer zogen die Spanier ihrer eigenen landestypischen Pferderasse vor.
zeitgenössische Darstellung
Heutzutage müssen die Pferde, welche als pura raza español – also die reinen spanischen Pferde- eingetragen werden, alle im spanischen Zuchtbuch geführt sein. Der Begriff Andalusier ist zwar populärer, bezeichnet aber eigentlich alle Pferde, die irgendwie auf die spanische Rasse zurückzuführen sind.
Darstellung von Don Vicente Romero Garcia
Der wichtigste Linienbegründer der gesamten PRE-Zucht war der Hengst Solo von Principe, welcher sich im Besitz des wohl bedeutendsten Züchters des 19. Jahrhunderts, Don Vicente Romero Garcia, befand. Aus dieser Linie stammte der bekannte Hengst Destinado II, welcher über seinen Sohn Novato einen sehr großen Einfluss auf die Zucht ausübte.
Ein weiterer wichtiger Vererber der Solo- Linie war der Hengst Nevado III, der neben dem Hengst Descarado II aus der Zucht der Familie Terry kam. Dieses Gestüt war weltweit bekannt wegen seiner Championats-Gewinner und ihrer Brandy- und Sherry Destille.
Das Spanische Pferd zeichnet sich durch seine außerordentliche Schönheit und sein harmonisches Erscheinungsbild aus. Es besitzt eine ausgewogene, ebenmäßige und kurvenförmige Gestalt im Quadrattyp von mittel- bis kurzliniger Form.
Die Untergrenze des Stockmaßes bei Hengsten liegt bei mindestens 1,52m und bei Stuten bei 1,50m. Die durchschnittliche Größe ist heutzutage etwa 1,60m. Der Kopf ist von mittlerer Länge, rechteckig und trocken. Das Nasen-Stirn Profil ist gerade oder subkonvex. Die Ohren sind von mittlerer Proportion, gut platziert und sehr beweglich.
Der Hals ist leicht gebogen, von mittlerer Länge und flexibel, mit einer üppigen, langen, oft leicht welligen Mähne. Der Widerrist ist breit und betont, der Rumpf proportioniert, stark und beweglich. Der Rücken ist muskulös, kurz und gerade und die Kruppe lang und breit, abgerundet und leicht abfallend. Durch diese besonderen morphologischen Merkmale wird eine starke Schubkraft der Hinterhand ermöglicht, Voraussetzung für gute Dressurpferdeeigenschaften.
Die häufigste Fellfarbe ist die Schimmelfarbe, es gibt aber auch Braune, Rappen, Füchse, Falben und Isabelle. Schecken sind von der Zucht ausgeschlossen. Die spanischen Pferde haben exzellente Reiteigenschaften mit großer Befähigung zur Hohen Schule und für das Showreiten. Ihr mutiges Wesen, Wendigkeit und hohe Rittigkeit lassen sie zu Gladiatoren in der Stierkampfarena oder zu aufmerksamen Partnern beim Viehhüten und Treiben werden. Aber auch der anspruchvolle Freizeitreiter wird seine Freude an diesen schönen und sehr menschenbezogenen Tieren haben.